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Wenn sich Milchkühe die Jahreszeiten aussuchen dürften, gäbe es keinen Sommer. Ihre Wohlfühltemperatur liegt zwischen -7 und +17 Grad Celsius. Milchkühe mögen es kühl. Bei Sommerhitze bleiben viele lieber im Stall. Dass es Kühe eher kühl mögen, liegt daran, dass sie bis zu 50 Liter Milch pro Tag produzieren. Für jeden Liter Milch müssen 500 Liter Blut durch das Euter fließen. Bei diesen intensiven Stoffwechselvorgängen wird sehr viel Wärme frei, ähnlich wie beim Menschen, wenn er Sport treibt. Eine Kuh gibt nach der Geburt ihres Kalbes etwa drei Monate lang permanent rund 1.500 Watt Wärmeleistung ab. Zum Vergleich: Ein Mensch kommt im Ruhezustand auf etwa 100 Watt Wärmeleistung. Deshalb sind moderne Kuhställe offen gebaut. So kann die Wärme optimal abgeführt werden und beeinträchtigt die Kühe nicht. Wenn Kühe wählen können, bleiben im Hochsommer viele von ihnen lieber im kühleren Stall, statt auf die Weide zu gehen.

Was fressen Milchkühe?

Aber auch die Kuh benötigt perfekte Rahmenbedingungen. Die Fütterung der Tiere spielt hierbei eine zentrale Rolle. Denn je nach ihrer Leistungsphase ändert sich bei der Kuh der Bedarf an Nährstoffen. Hinzu kommt, dass der Magen der Kuh ein sehr komplexes System ist, das eine Vielzahl an Komponenten benötigt, um gesund und effektiv arbeiten zu können. Wir berechnen für jede Leistungsphase eine eigene Futterration, dabei variiert das Verhältnis von Grundfutter und Kraftfutter. Das Grundfutter besteht aus Komponenten wie Grassilage, Maissilage, Luzernesilage, Futterstroh, Kalk und Mineralfutter. Kraftfutter ist ein energiereiches Mischfutter aus verschiedenen Getreide- und Eiweißkomponenten wie Weizen, Triticale, Gerste, Weizenkleie, Rapsextraktionsschrot, Ackerbohne oder Erbse. Eine Kuh frisst am Tag durchschnittlich 51,5 kg Futter und trinkt dazu etwa 80 Liter Wasser. Sie können bis zu 25 Liter Wasser in der Minute trinken.

Was braucht die Kuh, um glücklich zu sein?

Rinder sind Herdentiere. Damit auch größere Gruppen von 30 und mehr Tieren harmonieren, gibt es in jeder Herde eine Rangordnung, die über Rangkämpfe zwischen einzelnen Tieren festgelegt wird. Treffen Tiere zum ersten Mal aufeinander, wird in einem meist einmaligen Kampf geklärt, wer einen höheren Rangplatz einnimmt. Über die Stellung einer Kuh innerhalb der Herde entscheiden in der Regel Faktoren wie Alter, Gewicht oder die Behornung. Ist die Hierarchie geklärt, halten Kühe untereinander eine Individualdistanz ein. Darunter versteht man einen Mindestabstand, den die Tiere automatisch gegenüber Herdenmitgliedern einnehmen und der sich am Rang orientiert. Im Laufe eines Tages hat eine Kuh bis zu 10 Ruhephasen, die sie meist im Liegen verbringt. Insgesamt ruhen Kühe etwa 12 bis 14 Stunden pro Tag, wobei sie 7 bis 8 Stunden wiederkäuen. Diese Phasen sind enorm wichtig für das Wohlbefinden und die Leistung der Tiere. Die Klauen trocknen ab, die Gelenke werden entlastet und das Euter wird um bis zu 30 Prozent stärker durchblutet, was wiederum die Milchbildung fördert. In den Liegephasen nehmen Kühe unterschiedliche Positionen ein, wie z.B. die Brustlage zum Wiederkäuen, die totale Seitenlage oder die Schlafposition, bei der Kopf und Hals seitlich am Körper anliegen. Kühe bewegen sich innerhalb eines Laufstalls zwischen den verschiedenen Funktionsbereichen, d.h. zwischen Fressplatz, Tränke, Liegefläche und Melkbereich. Dabei können sie mehrere Kilometer am Tag zurücklegen. Neben den elementaren Bedürfnissen wie Fressen, Trinken und Ruhen fördert auch die Möglichkeit zum Komfortverhalten das Tierwohl. Dazu gehört bei Kühen z.B. gegenseitiges Belecken sowie das Scheuern und Kratzen mit Hörnern und Hinterbeinen oder an Gegenständen. Um auch entlegene Körperregionen zu erreichen, nehmen die Tiere dabei zum Teil extreme Körperhaltungen ein. Mit mehreren Kuhbürsten im Stall wird das Komfortverhalten zusätzlich unterstützt.

Der Offenstall